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Melkroboter auf den Punkt gebracht

Was man über Melk­ro­bo­ter wissen muss

Ein Melkroboter, auch Automatisches Melksystem (kurz: AMS) genannt, melkt Kühe automatisch und kann so für Arbeitserleichterung, Zeitersparnis und flexiblere Arbeitszeiten im Vergleich zum Melkstand sorgen.


Wie funktioniert ein Melkroboter?

Wenn eine Kuh den Roboter betritt, schließt sich das Tor. Dann fällt Kraftfutter in eine Futterschale. Das Kraftfutter kann auch flüssig sein, beispielsweise Glyzerin oder Propylenglycol.

Die Kühe gehen hauptsächlich wegen dem Kraftfutter in den Melkroboter, eher weniger aufgrund des Milchdrucks im Euter. Das Kraftfutter ist für Kühe wie Schokolade für den Menschen.

Wenn die Kuh im Roboter ist, vermisst er das Euter per Laser, Ultraschall oder Wärmebildkamera. Danach steckt er das Melkzeug an das Euter und beginnt die Kuh zu melken.

Vor dem Melken werden die Zitzen gereinigt. Je nach Modell reinigt der Roboter die Zitzen mit Bürsten oder im Melkbecher.

Sinkt der Milchfluss pro Minute unter einen bestimmten Wert, entlässt der Melkroboter die Kuh wieder.

Wie viele Kühe kann ein Melkroboter pro Tag melken?

Eine Melkung dauert im Durchschnitt etwa 8-9 Minuten. In dieser Zeit betritt die Kuh die Melkbox, wird gemolken und verlässt sie wieder. Die Melkdauer wird von folgenden Faktoren bestimmt:

  • Dauer des Ansetzens der Melkbecher:
    • wenn sich die Kuh ständig bewegt, kann der Roboter die Melkbecher neben die Zitzen treffen
    • wenn die Zitzen schräg stehen, können sie beim Ansetzen umgeknickt werden und müssen nochmal angesetzt werden
    • wenn die Kuh Melkbecher runter schlägt, müssen sie wieder neu angesetzt werden
  • Milchmenge
  • Milchfluss pro Minute

Geht man davon aus, dass das AMS zweimal pro Tag eine Hauptreinigung und mehrere Kurzreinigungen macht, kann an etwa 22,5 Stunden pro Tag gemolken werden. Wenn Kühe freien Zugang zum Roboter haben, gehen sie oft rein. Sie wollen ja Kraftfutter. Der Roboter entlässt sie zwar gleich wieder, aber das kostet trotzdem ein wenig Zeit.

Wenn der Milchtank und der Roboter nicht gleichzeitig gereinigt werden, können wir nur rund 21,5 Stunden an diesem Tag melken lassen. Man kann das Problem mit einem Puffertank beheben, was aber mehrere Tausend Euro kostet. Reinigt sich der Milchtank, pumpt der Roboter die Milch in den Puffertank. Nach der Tankreinigung kommt die Milch vom Puffertank und Roboter in den Milchtank und der Puffertank wird gereinigt. Bis zur nächsten Milchabholung bleibt der Puffertank dann ungenutzt.

Teilt man 22,5 Stunden durch 8 Minuten, erhält man etwa 169 Melkungen pro Tag. In einem Roboterstall sollten die Kühe etwa 2,3- bis 2,6-mal pro Tag zum Melken gehen.

Möchte man einen Roboter stark auslasten, kann man daher etwa 60-65 Kühe pro Tag melken.

Der Melkroboter sollte in mindestens 10 % der möglichen Melkzeit nicht melken. Ranghohe Tiere stoßen manchmal rangniedere Tiere. Daher haben rangniedere Kühe Angst vor ihnen. Die rangniederen Tiere gehen lieber zum Melkroboter, wenn sie dort ungestört sind.

Es gibt auch Betriebe, auf denen über 70 Kühe pro Melkroboter gemolken werden. Dort müssen aber oft viele Tiere per Hand nachgetrieben werden. Dadurch geht der große Vorteil eines Roboters - die Zeitersparnis - verloren.

Funktioniert der Roboter mal nicht und ist maximal ausgelastet, kann man die verlorene Zeit nicht mehr reinholen. Wenn man Zitzengummis oder andere Dinge beim Roboter wechselt, braucht man auch Zeit. Bei Vollauslastung bedeutet der Stillstand Stress für Mensch und Tier.

Ich selbst empfehle unter 60 Kühe an einem Melkroboter zu melken. Einige Bauern werden dir auch bestätigen, dass sie mit mehr Kühen am Roboter, mehr Treibkühe haben und die Milchleistung der Herde fast nicht steigt.

Welche Arbeiten muss man bei einem Melkroboter machen?

Viele meinen bei einem Melkroboter muss man nichts mehr machen. Das stimmt aber nicht.

Kühe, die die ersten Male gemolken werden, haben Angst, bewegen sich sehr viel in der Melkbox und schlagen um sich. Diesen muss man das Melkzeug sehr oft per Hand ansetzen, weil es der Roboter nicht schafft oder das Risiko zu groß ist, dass etwas beschädigt wird. Viele Bauern melken solche Kühe mehrmals per Hand.

Es gibt auch Kühe mit Eutern, die der Roboter nicht alleine melken kann. Wenn das Euter zu tief hängt, muss man die Melkbecher per Hand ansetzen. Es gibt auch Melkroboter, bei denen man das Melkzeug nicht per Hand ansetzen kann. Bei diesen heben die Bauern oft zu tiefe Euter mit einem Stock. Wenn Zitzen sehr schräg stehen, sehr weit voneinander entfernt sind oder die Euterviertel große Höhenunterschiede haben, kann der Melkroboter Probleme beim Ansetzen haben.

Kühe, die ein Melkroboter oft oder gar nicht von alleine melken kann, werden leider häufig verkauft.

Wie auch bei anderen Melksystemen sollte man zweimal pro Tag den Milchfilter wechseln.

Die Milchleitungen werden zwar automatisch gereinigt, aber den Roboter sollte man öfters von außen reinigen.

Hat man keinen total-gelenkten Kuhverkehr, muss man Kühe nachtreiben. Manche Kühe können gar nicht von selbst zum Roboter gehen, weil sie zum Beispiel weggesperrt sind. So muss man von der Abkalbebucht die Kühe reintreiben. Kühe, die noch nie mit dem Roboter gemolken worden sind, zum Beispiel gekaufte Tiere, gehen meistens nicht sofort von selbst zum Melken.

Zudem gibt es verschiedene Wartungsarbeiten, wie Reinigungsmittel bereitstellen, Nippel abschmieren oder Teile auswechseln.

Steht der Roboter wegen einem Problem still, muss man den Roboter wieder zum Laufen bringen. Das kann zwar nur ein paar Knöpfe drücken sein, aber man muss dann trotzdem vor Ort sein.

Störungen in der Nacht sind am schlimmsten. Wenn du schon schläfst, der Roboter anruft und du dich erschrickst und dann in den Stall gehen und etwas reparieren musst. Das kostet Nerven.

Es sollten sich mindestens 2 Personen auf dem Betrieb mit dem Melkroboter auskennen. Wenn jemand verhindert ist oder nicht will, kann jemand anderes das Problem beheben. Das hilft Stress zu reduzieren.

Außerdem muss man etwas mehr Zeit mit dem Computer arbeiten, als bei einem Melkstand. Bei einigen Punkten erleichtert der PC aber auch das Herdenmanagement.

Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Melksystemen

Vergleich verschiedener Melksysteme
Melk­system Vorteile Nachteile Herden­größe
Tandem feste Melk­zeiten zeitaufwen­dig, körperliche Anstren­gung, feste Melkzeiten bis etwa 60 Kühe
Fischgrä­ten (steil und flach), Side-by-Side, Swing-Over feste Melk­zeiten zeitaufwen­dig, körperliche Anstren­gung, feste Melkzeiten für jede Betriebs­größe
Melkkarus­sell (mit Melkern und automa­tisch) es können sehr viele Kühe gemolken werden großer Platzbedarf, kann nicht einfach erweitert werden ab 100-150 Kühen
Melkrobo­ter Arbeits­zeit­ersparnis, zeitliche Flexibilität, viele Einzeltier­daten ständige Rufbereit­schaft, es ist schwierig die Herdengrö­ße in kleinen Schritten zu erhöhen 1 Box für 55-65 Kühe

Einen Kostenvergleich verschiedener Melksysteme liefert eine Untersuchung von Dr. Ralf Over.

Was braucht man, um einen Melkroboter zu betreiben?

Neben Kalt- und Warmwasser sowie Strom braucht man noch ein paar Sachen für den Melkroboter:

  • Roboterraum: Die Melkmaschine steht aus mehreren Gründen in einem eigenen Raum. Auf der Bedienseite mit den Displays und Kabeln haben Tiere nichts verloren. Zudem kann man im Roboterraum sauberer arbeiten und ist nicht so stark Wind und Frost ausgesetzt.
  • Automatische Tiererkennung: Die Tiere tragen ein kleines Gerät zur Erkennung am Hals oder Fuß (ein bisschen genauer). Je nach Hersteller heißt das Gerät Transponder, Responder oder Rescounter. Der Responder sorgt dafür, dass das Tier an Selektionstoren, an einer Kraftfutterstation und am Melkroboter erkannt wird. Zusätzlich liefert der Responder Aktivitätsdaten, die man zur Brunsterkennung nutzt. Wenn die Aktivität im Vergleich zu anderen Tagen sehr hoch ist, ist die Kuh brünstig und man bekommt einen Alarm. Durch den Responder weiß man auch, wo sich das Tier ungefähr befindet. Auf einem Halsband bekommt jede Kuh links und rechts 2 oder 3 Nummern, damit man sie von anderen Tieren leicht unterscheiden kann.
  • Kraftfuttersilos, die Kraftfutter enthalten, das als Lockmittel für den Roboter dient und die Milchleistung fördert. Mehrere Silos sorgen dafür, dass man den Tieren verschiedene Kraftfuttersorten füttern kann.
  • Milchtank zum Kühlen und Lagern der Milch
  • Kompressor für das Führen des Melkzeugs, das Öffnen und Schließen der Tore der Melkbox und der Selektionstore
  • Vakuumpumpe zum Ausmelken der Kühe
  • Computer, um die Daten der Herde zu bearbeiten
  • Reinigungsmittel für den Roboter, die Milchleitungen und den Milchtank
  • Sachen, die man nicht zwingend für den Betrieb braucht, aber viele Bauern haben:
    • Vor- und Nachselektion: Die Vorselektion ist ein Tor, das nur Tiere mit Melkanrecht in den Vorwartehof lässt. Von dort können die Kühe zum Roboter gehen. Die Vorselektion dient dazu, dass nicht ständig Tiere ohne Melkanrecht den Melkroboter blockieren. Die Nachselektion trennt die Kühe nach dem Melken in verschiedene Gruppen. Gängige Gruppen sind Hauptlaktierende, Alt- und Frischmelker und Selektion (kranke Tiere, zum Besamen und zum Trockenstellen).
    • Milchprobennehmer: Gerät, mit dem man automatisch Milchproben von am Roboter gemolkenen Kühen erhält und dann die Inhaltsstoffe im Labor analysieren lassen kann (zum Beispiel Fett, Eiweiß, Harnstoff und Zellzahlen)
    • Stallbüro
    • Frequenzsteuerung für die Vakuumpumpe, damit sie nur läuft, wenn sie gebraucht wird (Kosten haben sich durch geringeren Stromverbrauch und geringeren Verschleiß schnell amortisiert)
    • Vorkühler: kühlt die Milch mit Wasser, bevor die Milch in den Tank fließt und sorgt so für etwa 50 % geringere Stromkosten für die Milchkühlung. Zudem ist es durch einen Vorkühler wesentlich kühler im Tankraum. Das Wasser aus dem Kühler sollte man in einer Zisterne auffangen und damit die Tränken der Kühe speisen. Man kann vereinfacht davon ausgehen, dass der Vorkühler doppelt so viel Wasser braucht, wie Milch zum Tank fließt. Das Wasser fließt nur durch den Vorkühler, wenn Milch durch den Vorkühler fließt. Vorkühler gibt es als Platten- und Rohrkühler. Die Kosten haben sich durch geringeren Stromverbrauch schnell amortisiert.
    • Wärmerückgewinnung mit Boiler, um der Milch im Tank Wärme zu entziehen und Warmwasser zu erhalten
    • Zwischendesinfektion mit Peressigsäure oder Wasserdampf, um die Übertragung von Krankheitserregern von Kuh zu Kuh über die Zitzenbecher zu mindern
    • Dippmittel, das der Roboter nach dem Melken auf die Zitzen sprüht, um das Eindringen von Keimen in den Strichkanal zu verhindern
    • Flüssigdosierer zum Füttern von flüssigem Kraftfutter, beispielsweise Glyzerin oder Propylenglycol
    • Ventilator, der auf das Euter gerichtet ist, damit die Fliegen verschwinden und die Milchkühe seltener das Melkzeug abschlagen; damit er nicht ständig unnötig läuft, kann man ihn mit der Vakuumpumpe koppeln
    • Hochdruckreiniger, um den Roboter und die Robotereinhausung zu waschen
    • Kälbereinheit: das ist eine Vorrichtung mit Eimern, in die man den Roboter Kälbermilch separieren lassen kann
    • NAS und Überspannungsschutz: Ein NAS ist ein Gerät zum Sichern von Computerdaten, das man benutzt, um bei einem Computerdefekt nicht alle Daten zu verlieren. In eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz sollte man die elektronischen Geräte vom Büro stecken, damit bei einem Blitzschlag die Geräte nicht beschädigt werden.
    • Verbindung vom Stall-PC zum Computer im Wohnhaus, damit man auf den Roboter auch vom Wohnhaus zugreifen kann. Die Verbindung kann man auch nutzen, um im Stall ein Telefon zu nutzen oder auf im Kuhstall installierte Kameras zuzugreifen. Die beste Möglichkeit, um die Computer zu verbinden, ist per Glasfaser, da die Übertragungsrate damit am höchsten ist und kein Strom bei einem Blitzeinschlag durchfließen kann. Über eine Anbindung ans Internet kann man auch unterwegs auf den Roboter zugreifen und Alarme vom Melkroboter erhalten. Alarme können bei bestimmten Robotern auch per SIM-Karte im AMS verschickt werden.

Hersteller

Firmen, die Melkroboter herstellen, sind:

  • DeLaval
  • GEA
  • Lely
  • Lemmer-Fullwood
  • in Deutschland eher weniger vertreten: BouMatic, SAC und System Happel

Die Hersteller entwickeln die Melkroboter ständig weiter. Meist wird der Name des Modells aber nicht geändert, wenn sich etwas ändert. Damit das gekaufte AMS aber nicht veraltet, werden Weiterentwicklungen meist so gebaut, dass man sie auch in ältere Modelle einbauen kann.

Beispielsweise kann es so sein, dass man ein Melksystem kauft und 2 Jahre später gibt es einen neuen Farbsensor. Dann kann man den alten Sensor durch den neuen ersetzen.

DeLaval

Das folgende Video zeigt das DeLaval VMS. VMS steht für voluntary milking system, was übersetzt freiwilliges Melksystem heißt.

Das DeLaval VMS bietet einen Vormelkbecher und steckt durch den Verzicht auf das Melkgeschirr zwischen den Melkbechern schwierige Euter gut an.

Prospekt von DeLavals VMS

GEA

Bei GEA gibt es den MIone. MIone ist die Abkürzung für milking intelligence one. Das heißt übersetzt melkende Intelligenz eins.

Der MIone ist ein Multiboxsystem. Das heißt, dass man mehrere Melkboxen mit einem Melkarm betreiben kann. Der Melkarm fährt zum Melken von Box zu Box.

Beim MIone kann man bis zu 5 Melkboxen mit einem Melkarm bedienen lassen. Persönlich würde ich aber nicht mehr als 3 Melkboxen von einem Roboterarm bedienen lassen. Umso mehr Melkboxen bedient werden müssen, umso weniger Kühe können pro Box gemolken werden. Zudem kann das AMS bei einem Ausfall des Arms in keiner Box mehr automatisch melken.

GEA bietet auch die Möglichkeit, die Melkbecher per Hand anzusetzen.

Prospekt von GEAs MIone

Lely

Bei Lely gibt es den Astronaut A4 zu kaufen.

Lely installiert schon seit 1992 Melkroboter, wodurch die Firma schon sehr viele Melkroboter verkauft hat.

Prospekt von Lelys Astronaut A4

Lemmer-Fullwood

Lemmer-Fullwood vertreibt den M2erlin.

Ob man einen freien oder gelenkten Kuhverkehr bevorzugt und dabei die Kühe vor oder nach dem Melken zum Futter können, ist beim M2erlin egal. Insgesamt bietet Lemmer-Fullwood mit seinem automatischen Melksystem 14 verschiedene Varianten für den Kuhverkehr.

Beim M2erlin können die Kühe gerade oder seitlich rein- und gerade oder seitlich rausgehen. Dadurch lässt sich der Melkroboter von Lemmer-Fullwood gut in verschiedene Ställe integrieren.

Den Ausgang kann man auch zur Selektion nutzen.

Prospekt von Lemmer-Fullwoods M2erlin

Vergleich aktueller Modelle

Vergleich aktueller Melkroboter
Modell DeLaval VMS GEA MIone Lely Astronaut A4 Lemmer-Fullwood M2erlin
Zitzenerken­nung 2 Laser und eine Kamera 3D-Infrarot­kamera 3D-Laser; für die Po­si­ti­o­nie­rung des Arms überwacht eine 3D-Kamera über dem Tierrücken die Bewegungen der Kuh 3D-Laser; für die Po­si­ti­o­nie­rung des Arms überwacht eine 3D-Kamera über dem Tierrücken die Bewegungen der Kuh
Reinigung der Zitzen durch umspü­len­des Wasser im Vor­melk­be­cher durch umspü­len­des Wasser im Melkbecher mit Wasser und drehenden Bürsten mit Wasser und drehenden Bürsten
mögliche Zwischendes­infektion der Melkbecher Wasserdampf Peressig­säure Wasser­dampf Peressig­säure oder Wasser­dampf
automatische Boden­rei­ni­gung ja nein nein ja
Messung der Milchmenge ja, auch pro Viertel ja ja, man sieht auch die Dauer des Milch­flus­ses pro Viertel ja, auch pro Viertel
Messung der Milch­tem­pe­ra­tur nein nein ja, pro Viertel ja, pro Viertel
Zusatzfunk­tion, um das Melk­zeug per Hand anzu­setzen ja ja nein ja
Messung von Eiweiß, Fett und Laktose nein nein ja ja

Alle vier Modelle messen die elektrische Leitfähigkeit der Milch, um eine mögliche Euterentzündung (Mastitis) frühzeitig zu erkennen. Bahnt sich eine Euterentzündung an, enthält die Milch meist mehr Salz, wodurch die Leitfähigkeit steigt. Der Leitwert der Milch unterscheidet sich von Kuh zu Kuh. Daher wird der Leitwert bei jeder Kuh mit ihrem eigenen Durchschnitt der vergangenen Tage vom Roboter verglichen.

Die Maschinen nutzen einen Blut- (DeLaval, Lemmer-Fullwood) oder Farbsensor (GEA, Lely), um Blut in der Milch zu erkennen. Dadurch kann Milch mit Blut abgetrennt werden.

Der Lely A4 nutzt die Farbsensoren auch um eine mögliche Mastitis festzustellen. Bei einer Euterentzündung kann die Milch bläulicher sein als normal.

Alle 4 Firmen führen die Leitwertmessung bei jedem Viertel des Euters einzeln durch. Dadurch kann man Veränderungen schneller erkennen und Kühe besser behandeln.

DeLaval, GEA und Lely führen auch die Bluterkennung pro Viertel durch. Bei Lemmer-Fullwood geschieht die Bluterkennung nur beim Gesamtgemelk.

Durch die Messung der Milchmenge pro Viertel kann man schneller erkennen, ob sich Eutererkrankungen anbahnen. Nimmt die Menge auf einem Viertel stark ab, kann das auf eine Euterentzündung hinweisen.

Die Milchtemperatur kann Hinweise auf die Körpertemperatur der Kühe geben. In Verbindung mit anderen Daten kann die Milchtemperatur Anzeichen für bestimmte Krankheiten liefern. Die Messung der Milchtemperatur kann aber oft auch nicht hilfreich sein.

Die Probleme fangen schon bei der Messung an. Es wäre am besten, wenn die Milchtemperatur im Euter gemessen würde. Das wird sie aber beim Melkroboter nicht. Zudem ist der Melkroboter über das Jahr ständig anderen Temperaturen ausgesetzt. Umschließt der Zitzenbecher die Zitze nicht richtig, kann Luft angesaugt werden, was die Temperatur verfälscht. Wenn man annimmt, dass die Messungen meistens annähernd stimmen, gibt es trotzdem Probleme. Im Sommer haben Kühe oft eine erhöhte Milchtemperatur. Das ist oft aber nicht auf eine Krankheit zurückzuführen, sondern Hitzestress.

Wer ist der beste Melkroboter?

Wenn man einen Milchviehhalter fragt, wie er mit seinem Melkroboter zufrieden ist, passiert Folgendes: Der Bauer lobt die Maschine. Ja, ich habe mir über 20 AMS-Betriebe angeschaut und es ist jedes Mal das Gleiche, egal welche Marke es ist.

  • Die Bauern freuen sich wegen der Arbeitserleichterung und zeitlichen Flexibilität im Vergleich zu früher.
  • Es mag selten jemand eine Fehlinvestition über 100.000 Euro zugeben.
  • Jeder bekannte Hersteller bietet eine Maschine, die funktioniert. Es sind eher Einzelheiten, die nerven.

Welcher Melkroboter der beste ist, kann man nicht pauschal sagen. Es hängt davon ab, welche Ansprüche man hat und wie und wo der Service ist.

Kosten

Die Hersteller geben auf Nachfrage keine Preise zur Veröffentlichung heraus. Durch eigene Angebote von den Roboterfirmen kann ich aber sagen, dass ein neuer Melkroboter mit dem nötigen Zubehör (ohne Milchtank und Roboterraum) und dem Einbau ungefähr 140.000 - 180.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer kostet.

Der Preis ist abhängig von Modell, Ausstattung und Händler. Daher kann man nur sehr schwer einen Pauschalpreis angeben.

Bei 2 Melkrobotern kann man von ungefähr 240.000 - 270.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer für die komplette Melkanlage ausgehen.

Ein MIone von GEA mit 2 Melkboxen ist billiger als zwei eigene Systeme. Da aber 1 Arm 2 Boxen bedient, kann die Maschine nicht ganz so viele Kühe melken wie 2 Roboter. Zudem ist die Ausfallsicherheit ein klein wenig geringer. Andererseits braucht der MIone mit 2 Boxen weniger Platz.

Beim Kauf eines automatischen Melksystems darf man nicht nur den Preis beachten, sondern muss auch über laufende Kosten Bescheid wissen. Wie hoch sind der Strom- und Wasserverbrauch? Das ist aber nicht die einzige Frage.

Wie viel kosten Wartungsverträge? Diese können etwa 1700 Euro bis 5000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer pro Jahr und Melkbox kosten. Hier ist man vom Umfang und dem Händler abhängig. Sind die Serviceverträge für mich sinnvoll?

Wie viel kostet die Maschinenbruchversicherung? Wir zahlen für die Versicherung mit 500 Euro Selbstbehalt etwa 1200 Euro pro Jahr für den Roboter und das Zubehör. Die Versicherung deckt unter anderem Schäden durch Überspannung, Kurzschluss, Frost und fahrlässiges Verhalten ab. Schäden durch Feuer sind bei uns in der Feuerversicherung abgedeckt.

Über diese Fragen solltest du nicht nur mit Händlern reden, sondern auch mit anderen Landwirten. Andere Landwirte solltest du auch fragen, was sie nachgerüstet haben, bevor du etwas kaufst. Wenn man kurz nach dem Kauf etwas nachrüsten muss, kann das sehr teuer werden. Und es regt dich auf.

Konkrete Angaben zum Strom- und Wasserverbrauch kann man nicht machen, da diese von baulichen Gegebenheiten und den Einstellungen der einzelnen Systeme abhängig sind.

Einige Milchviehalter haben Zähler installiert, wodurch man sich ihre Zahlen zu Wasser- und Stromverbrauch direkt aus der Praxis ansehen kann.

In den Kaufvertrag sollte man alle Schulungen für mindestens 2 Personen aufnehmen.

Was soll man beim Kauf beachten?

Folgende Punkte sind beim Kauf eines AMS wichtig:

  • Wie viel kostet das Melksystem und wie hoch sind die laufenden Kosten? Lass Vertreter mehrerer Hersteller kommen. So bekommst du mehrere Angebote und erfährst die Vorzüge und Nachteile verschiedener Anbieter.
  • Wie ist der Service? Ist der Service gut? Frag dazu Besitzer von Melkrobotern. Wie schnell kann die Servicekraft auf dem Hof sein? Wie viel kostet der Service?
  • Welche Funktionen bietet das AMS? Was kann der Eine, was der Andere nicht kann? Auch bei der Arbeitsweise gibt es große Unterschiede, zum Beispiel beim Reinigen der Zitzen oder der Zitzenerkennung.
  • Nimm dir viel Zeit, um die für dich passende Melktechnik zu finden. Die Melktechnik bestimmt wie auf einem Milchviehbetrieb gearbeitet wird und man nutzt die Melktechnik meistens für Jahre oder Jahrzehnte.

Händler (die Karte ist derzeit nur zu Testzwecken da, weshalb noch Daten fehlen und manche Daten falsch sein können)

Die folgende Karte zeigt Händler, die Melkroboter von DeLaval, GEA, Lely und Lemmer-Fullwood verkaufen.

Du musst beachten, dass der Ort, an dem der Händler sitzt, nicht so wichtig ist, wie der Wohnort des Servicetechnikers. Zum Reparieren der Maschinen kommt meist der Servicetechniker und nicht der Händler selbst vorbei.

Karte von Melkroboter-Händlern im Vollbildmodus ansehen

Gebrauchte Melkroboter

Melkroboter kann man auch gebraucht kaufen. Die gebrauchten Anlagen sind oft nur wenige Jahre alt, kosten aber oft viel weniger als Neuanschaffungen.

Warum verkaufen Bauern wenige Jahre alte Melkroboter? Das kann zum Beispiel folgende Gründe haben:

  • Man kauft sich ein neueres Modell.
  • Man hört auf Kühe zu melken.
  • Man ist mit dem Gerät unzufrieden.

Wer sich einen gebrauchten Melkroboter kauft, sollte folgende Dinge beachten:

  • Sind die Bauteile und die Software auf dem neuesten Stand?
  • Funktioniert alles noch?
  • Kaufe ich den gebrauchten Melkroboter beim Landwirt oder Händler? Wird der Melkroboter generalüberholt verkauft?
  • Kenne ich einen Händler, der mir innerhalb weniger Stunden wichtige Ersatzteile und gute Servicetechniker zur Verfügung stellen kann?
  • Was ist der Gesamtpreis aus Anschaffungskosten, Transport, Montage, Nachrüstungen, Reparaturen und Austausch der Verschleißteile?
  • Die Gebrauchtmaschine vor dem Einbau gründlich reinigen und desinfizieren, um keine Krankheiten in den eigenen Betrieb einzuschleppen.
  • Eine Gewährleistung vertraglich festhalten, um sich bei plötzlichen Störungen zu schützen.

Zu beachten ist auch, dass es Melkroboter in linker und rechter Ausführung gibt. Bei einer Variante gehen die Kühe rechts rein und fressen links. In der anderen gehen die Tiere links rein und fressen rechts.

Wie bringe ich die Kühe dazu oft zum Melken zu gehen?

Der Standort des Melkroboters im Stall ist sehr wichtig. Die Maschine muss so platziert sein, dass die Wege für Kühe und Landwirt möglichst kurz sind.

Außerdem soll der Roboter von den Tieren einsehbar und leicht zugänglich sein. Dadurch sehen die Kühe, dass andere Tiere oft zum Melken gehen. Für die Tiere, die gerade gemolken werden, ist es beruhigend, wenn sie die Herde sehen können.

Im Wartebereich vorm Melkroboter sollten 7 Kühe pro Melkbox Platz haben. Hier ist es sehr wichtig, den Platz für eine eventuelle Erweiterung einzuplanen.

Ausreichend Platz ist erforderlich, um die Tiere keinem großen Stress auszusetzen.

Häufig ist vor Melkrobotern ein umzäunter Vorwartehof. In diesen dürfen nur Kühe mit Melkanrecht. Dadurch wird der Roboter nicht von Kühen ohne Melkanrecht blockiert und rangniedere Kühe werden besser vor ranghöheren Tieren geschützt. Der Vorwartehof vermindert zudem den Zeitaufwand für das Nachtreiben von Kühen.

Der Platz vorm Melkroboter wird oft mit Spalten ausgelegt, um Zeit für das Reinigen des Bodens zu sparen.

Der Roboter darf nicht voll ausgelastet sein, damit niederrangige, scheue Tiere keine Angst oder überhaupt die Möglichkeit haben das AMS aufzusuchen.

Wichtig ist auch, Kraftfutterstationen, Tränken oder Kuhbürsten nicht direkt beim Roboter zu platzieren. Sonst ist es wahrscheinlich, dass sich ranghohe Tiere lange dort aufhalten und so den Zugang zur Melkbox blockieren.

Viele rangniedere Kühe suchen die Melkstation in den ruhigeren Nachtstunden auf. Zur Orientierung der Tiere sollte man eine sehr schwache Nachtbeleuchtung bei den Melkrobotern testen.

Eine gute Klauengesundheit der Tiere ist sehr wichtig. Haben die Kühe Klauenprobleme, liegen sie länger. Wenn ihnen die Füße weh tun, fressen sie weniger und gehen seltener zum Melken. Solche Tiere muss man oft holen. Daher ist es wichtig, den Tieren regelmäßig die Klauen zu schneiden und die Lauf- und Liegeflächen möglichst sauber und trocken zu halten. Stehen die Klauen ständig in Gülle, weichen sie auf und Keime können leichter eindringen. Auch scharfe Kanten können die Klauen verletzen und so eine Infektion begünstigen.

Ein eigener Klauenpflegestand ist empfehlenswert. Wenn man damit bei Problemkühen die Klauenpflege selbst macht, hat man schon viel gewonnen. Ansonsten wird oft tagelang auf einen Klauenpfleger gewartet, was den Kühen und Bauern nur schadet. Einen wichtigen Einfluss auf die Klauengesundheit hat auch die Fütterung.

Das Futter hat eine große Bedeutung für die Roboterbesuche. Ist zu viel Kraftfutter in der Teil-Misch-Ration, gehen weniger Tiere zum Melkroboter. Hier muss man viel testen, um die für sich beste Lösung zu finden.

Bei der Fütterung sollte man auch Erfahrungen und Tipps von anderen Bauern und unabhängigen Beratern testen.

In vielen Ställen wird durch Tore mit folgenden Arten von gelenktem Kuhverkehr gearbeitet:

  1. Wenn die Tiere vom Liege- zum Fressbereich gehen, müssen sie den Weg über den Roboter nehmen.
  2. Wenn die Tiere vom Fress- zum Liegebereich gehen, müssen sie den Weg über den Roboter nehmen.
  3. Wenn die Tiere kein Melkanrecht haben, müssen sie nicht den Weg über den Roboter gehen (beste Lösung dieser 3 Arten gelenkten Kuhverkehrs). Hier schalten Selektionstore den Weg über eine automatisierte Tiererkennung.

Beim freien Kuhverkehr kann jedes Tier seinem eigenen Rhythmus folgen und so fressen, liegen oder gemolken werden, wann es will.

Viele Landwirte nutzen einen gelenkten Kuhverkehr, um wenig Kühe nachtreiben zu müssen. Mit den oben erwähnten Punkten kann auch ein freier oder teilgelenkter Kuhverkehr ohne viel Nachtreibarbeiten funktionieren.

Links zu Tipps über die Gestaltung des Raums um den Roboter:

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Ist Weidehaltung mit einem Melkroboter möglich?

Auch mit einem Melkroboter kann man die Kühe auf der Weide grasen lassen.

Auf der Weide bekommen die Tiere frisches Gras, frische Luft und Sonnenlicht. Dort können sie sich freier bewegen und sich abregnen lassen. Dies verbessert auch die Tiergesundheit.

Um den Treibeaufwand gering zu halten, gibt es mehrere Ansatzpunkte, die auf Betrieben mit Weidehaltung meistens umgesetzt werden:

  • Die Weideflächen sind nah beim Stall.
  • Im Roboter und im Stall gibt es schmackhaftes Futter.
  • Im Stall gibt es Komfort wie trockene Liegeplätze und ein kühles Klima.

Viele Betriebe, die Kühen den Weidegang ermöglichen, haben ein Weidetor. Dieses Selektionstor öffnet der Roboter für Kühe nur in der Zeit, in der sie kein baldiges Melkanrecht haben. Dadurch sollen die Tiere erst zum Melken gehen, bevor sie auf die Weide dürfen.

Einige Landwirte haben das Weidetor aber auch nach kurzer Zeit ausgebaut, weil es bei ihren Betrieben ohne das Tor besser funktioniert.

Manche Praktiker bieten den Kühen kein Wasser auf der Weide an. Meiner Meinung nach sollte man das nicht machen und zumindest nahe beim Stall Wasser für die Tiere anbieten.

Es ist auch möglich einen Melkroboter auf der Weide zu betreiben. Dazu kann man die Maschine samt Tank und anderem Zubehör in eine Einhausung einbauen und für den Sommer auf die Weide stellen. Im Winter kann man alles wieder in den Stall stellen. Sowas ist grundsätzlich möglich und auch schon gemacht worden. Bei den Links unten findest du mehr dazu.

Es gibt Betriebe, bei denen es sehr aufwendig wäre, die Kühe auf die Weide zu bringen oder die Landwirte möchten es nicht. Dann sollte man zumindest im Freien einen Laufhof bauen, den die Tiere jederzeit nutzen können.

Tiere auf der Weide
Tiere auf der Weide

Hat man wenig Weidefläche nah zur Verfügung, sollte man sich bemühen, Jungtieren und trockenstehenden Kühen den Weidegang zu ermöglichen. Bei diesen ist der Arbeitsaufwand geringer, da man sie nicht zum Melken in den Stall treiben muss.

Bei einer Weidehaltung kann man auch einige Fehler machen. Um diese zu verhindern und möglichst wenig Tiere in den Stall treiben zu müssen, sollte man mehrere Praktiker besuchen und sich ihre Erfahrungen erzählen lassen.

Viele Bauern fürchten, dass durch den Weidegang die Melkungen der Kühe pro Tag abnehmen und damit weniger Milch produziert wird. Studien haben gezeigt, dass Kühe beim Dreimaligen Melken pro Tag mehr Milch produzieren, als beim Zweimaligen Melken. Einige Landwirte haben auch Bedenken, dass die Kühe zu viel Gras fressen und zu wenig Silage und damit die Milchleistung stark nachlässt.

Betreibt man die Weidehaltung richtig, nimmt weder die Anzahl der Melkungen extrem ab noch sinkt die Milchproduktion stark. Auf Betrieben mit langjähriger Weidehaltung wird man dir das bestätigen.


Wie kann ich die Anlage vor Frost schützen?

Frost kann einen Melkroboter zum Stillstand bringen.

Um die Leitungen vor Frost zu schützen, sollte man die Öffnungen über dem Robotergehäuse und links und rechts davon zumachen. Links und rechts sind Türen zum Schieben oder Klappen sinnvoll, da man oft in den Vorwartebereich schaut oder geht. Über dem Gehäuse kann man im Winter Acrylglas in einem Rahmen verwenden. So kommt Licht in den Roboterraum.

Wenn es nicht mehr gefriert, ist es besser, die Acrylglas-Scheiben zu entfernen. Dadurch kann die Luft besser zirkulieren und wärmere Luft aus dem Raum entweichen. Dann sind weniger Fliegen im Roboterraum, die Menschen und Kühe nerven.

Man kann auch vom Dach des Roboterraums Sandwichplatten, Planen oder Streifenvorhänge runterhängen, um Wärme im Raum zu halten und kalten Wind abzuhalten. Das Zuhängen halte ich für wichtiger als das Heizen. Als wir nichts runtergehängt haben, hat es uns Leitungen abgefroren, obwohl die Fußboden- und Elektroheizung voll aufgedreht gewesen sind. Nach dem Zuhängen haben wir wesentlich weniger heizen müssen.

Eine Möglichkeit den Roboterraum zu heizen, sollte man unbedingt vorsehen. Man kann den Raum durch Fußbodenheizung, Infrarot-Heizstrahler, Gaskanone (gefährlich, die Geräusche machen die Kühen anfangs nervös), Elektroheizung oder Heizkörper erwärmen. Wichtig ist zumindest die Decke des Roboterraums zu isolieren, damit die Wärme nicht nach oben entweicht.

Zudem sind Thermometer im und außerhalb des Roboterraums sinnvoll. Hier sind Minimum-Maximum-Thermometer gut geeignet. Auf diesen sieht man nicht nur die aktuelle Temperatur. Auch die minimale und maximale Temperatur in einem bestimmten Zeitraum wird angezeigt. Dadurch kann man entscheiden, ob man die Heizung ein- oder ausschaltet.

Mit einer Steuerung und einem Temperaturfühler kann man die Heizung automatisch ein- und ausschalten lassen.

Bei sehr niedrigen Temperaturen kann es sein, dass man bestimmte Reinigungsfunktionen abschalten muss.

Wenn die Standfläche in der Melkbox eisglatt ist, wollen die Kühe ungern reingehen. Um das Eis aufzutauen, verwenden wir Harnstoff. Salz würde den Beton und Metall angreifen. Man muss aber sehr aufpassen, dass kein Harnstoff in die Melkbecher beziehungsweise Milch kommt.

Mit diesen Maßnahmen haben wir auch bei -20 Grad Außentemperatur noch automatisch melken können.

Probleme haben wir mit der Kälbereinheit gehabt, da diese keinen freien Auslauf hat. Dadurch hat es die ganze Kälbermilchleitung eingefroren. Als wir die Kälbereinheit abgeklemmt und die Milch in einen Kübel geleitet haben, ist die Leitung nicht mehr eingefroren.

Unsere Kälbereinheit nervt mich auch aus folgenden Gründen: Die Milch wird mit einem zu hohen Druck in die Eimer reingepumpt und dann spritzt sie wieder raus. Die Steuerung ist unlogisch. Dadurch können Eimer leer sein und der Letzte übergehen. Beides führt zu einer Lebensmittelverschwendung und ständiger Sauerei.

Stand: Februar 2017

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