melkroboter.net

Melkroboter auf den Punkt gebracht

Was man über Melk­ro­bo­ter wissen muss

Ein Melkroboter, auch Automatisches Melksystem (kurz: AMS) genannt, melkt Kühe automatisch und kann so für Arbeitserleichterung, Zeitersparnis und flexiblere Arbeitszeiten im Vergleich zum Melkstand sorgen.


Stallplanung

Bei einem Melkroboter ist die Stallplanung extrem wichtig. Man kann nicht einfach einen Roboterstall bauen. Man muss sich viele Roboterställe anschauen, mit vielen Leuten reden und sehr viel darüber nachdenken.

Hier spielen nicht nur die sehr hohen Stallbaukosten eine Rolle. Ein Milchviehstall mit Melkroboter hat hohe Betriebskosten. Man muss jeden Tag dort arbeiten. Wenn man einen neuen Milchviehstall baut, verpflichtet man sich für viele Jahre, eher Jahrzehnte, diesen abzuzahlen und dort zu arbeiten.

Überleg dir gut, was du machst und nimm dir sehr viel Zeit! Der Plan für einen Roboterstall ändert sich mit der Zeit. Das erste Stallkonzept ist meistens nicht die beste Lösung. Wir haben drei komplett verschiedene Pläne gehabt. Die letzte Version habe ich beim Bauen noch an vielen Stellen abgeändert, um den Stall praxisgerechter zu machen.

Wenn du Interesse an unserem Stallplan hast, kannst du dich gern bei mir melden.

Es ist möglich, einen Melkroboter in einen alten Stall einzubauen. Hier ist man zwar planerisch eingeschränkter als bei einem Stallneubau, aber man kann das Altgebäude nutzen. Bei der Planung eines Stalles ist das Tierwohl ein sehr wichtiger Punkt. Wie ordnet man den Melkroboter im Stall an? Wie gestaltet man den Kuh- und Personenverkehr? Mehr dazu steht weiter unten im Text.

Wie funktioniert ein Melkroboter?

Wenn eine Kuh den Roboter betritt, schließt sich das Tor. Dann fällt Kraftfutter in eine Futterschale. Das Kraftfutter kann auch flüssig sein, beispielsweise Glyzerin oder Propylenglycol.

Die Kühe gehen hauptsächlich wegen dem Kraftfutter in den Melkroboter, weniger aufgrund des Milchdrucks im Euter. Das Kraftfutter ist für Kühe wie Schokolade für den Menschen.

Wenn die Kuh im Roboter ist, sucht er die Zitzen per Laser, Ultraschall oder 3D-Kamera. Danach steckt er das Melkzeug an die Zitzen und beginnt die Kuh zu melken.

Vor dem Melken werden die Zitzen gereinigt. Je nach Modell reinigt der Roboter die Zitzen mit Bürsten oder im Melkbecher.

Sinkt der Milchfluss pro Minute unter einen bestimmten Wert, entlässt der Melkroboter die Kuh wieder.

Wie viele Kühe kann ein Melkroboter pro Tag melken?

Eine Melkung dauert im Durchschnitt etwa 8-9 Minuten. In dieser Zeit betritt die Kuh die Melkbox, wird gemolken und verlässt sie wieder. Die Melkdauer wird von folgenden Faktoren bestimmt:

  • Dauer des Ansetzens der Melkbecher:
    • wenn sich die Kuh ständig bewegt, kann der Roboter die Melkbecher neben die Zitzen setzen
    • wenn die Zitzen schräg stehen, können sie beim Ansetzen umgeknickt werden und müssen nochmal angesetzt werden
    • wenn die Kuh Melkbecher runterschlägt, müssen sie wieder neu angesetzt werden
  • Milchmenge
  • Milchfluss pro Minute

Geht man davon aus, dass das AMS zweimal pro Tag eine Hauptreinigung und mehrere Kurzreinigungen macht, kann an etwa 22,5 Stunden pro Tag gemolken werden. Wenn Kühe freien Zugang zum Roboter haben, gehen sie oft rein. Sie wollen ja Kraftfutter. Der Roboter entlässt sie zwar gleich wieder, aber das kostet trotzdem ein wenig Zeit.

Wenn der Milchtank und der Roboter nicht gleichzeitig gereinigt werden, können wir nur rund 21,5 Stunden an diesem Tag melken. Ein Puffertank kann das Problem beheben. Dieser kostet aber mehrere Tausend Euro und verursacht laufende Ausgaben. Reinigt sich der Milchtank, pumpt der Roboter die Milch in den Puffertank. Nach der Tankreinigung kommt die Milch vom Puffertank und Roboter in den Milchtank und der Puffertank wird gereinigt. Bis zur nächsten Milchabholung bleibt der Puffertank dann ungenutzt.

Teilt man 22,5 Stunden durch 8 Minuten, sind etwa 169 Melkungen pro Tag möglich. In einem Roboterstall sollten die Kühe etwa 2,3- bis 2,6-mal pro Tag zum Melken gehen.

Möchte man einen Roboter stark auslasten, kann man daher etwa 60-65 Kühe pro Tag melken.

Der Melkroboter sollte in mindestens 10 % der möglichen Melkzeit nicht melken. Das hat mehrere Gründe:

Ranghohe Tiere stoßen manchmal rangniedere Tiere. Daher haben rangniedere Kühe Angst vor ihnen. Die rangniederen Tiere gehen lieber zum Melkroboter, wenn sie dort ungestört sind.

Es gibt auch Betriebe, auf denen über 70 Kühe pro Melkroboter gemolken werden. Dort muss man aber oft viele Tiere umständlich nachtreiben. Dadurch geht ein großer Vorteil eines Roboters - die Zeitersparnis - verloren.

Funktioniert der Roboter mal nicht und ist maximal ausgelastet, kann man die verlorene Zeit nicht mehr reinholen. Wenn man Zitzengummis oder andere Dinge beim Roboter wechselt, braucht man auch Zeit. Bei Vollauslastung bedeutet der Stillstand Stress für Mensch und Tier.

Ich selbst empfehle unter 60 Kühe an einem Melkroboter zu melken. Einige Landwirte werden dir auch bestätigen, dass sie mit mehr Kühen am Roboter, mehr Treibkühe haben und die Milchmenge der Herde kaum steigt.

Welche Arbeiten muss man bei einem Melkroboter machen?

Viele meinen, dass ein Melkroboter die vollständige Arbeit erledigt. Das stimmt aber nicht.

Kühe, die die ersten Male gemolken werden, haben Angst, bewegen sich sehr viel in der Melkbox und schlagen. Diesen muss man das Melkzeug oft per Hand ansetzen, weil es der Roboter nicht schafft oder das Risiko zu groß ist, dass etwas beschädigt wird. Beim Ansetzen mit der Hand kann man sich leicht verletzen, wenn einem die Kuh mit voller Wucht gegen die Hand oder den Kopf schlägt.

Es gibt auch Kühe mit Eutern, die der Roboter nicht alleine melken kann. Wenn das Euter zu tief hängt, muss man die Melkbecher per Hand ansetzen. Es gibt auch Melkroboter, bei denen man das Melkzeug nicht per Hand ansetzen kann. Bei diesen heben die Landwirte oft zu tiefe Euter mit einem Stock. Wenn Zitzen sehr schräg stehen, sehr weit voneinander entfernt sind oder die Euterviertel große Höhenunterschiede haben, kann der Melkroboter Probleme beim Ansetzen haben.

Kühe, die ein Melkroboter oft oder gar nicht von alleine melken kann, werden leider häufig verkauft.

Wie auch bei anderen Melksystemen sollte man zweimal pro Tag den Milchfilter wechseln.

Die Milchleitungen werden automatisch gereinigt. Aber die Standflächen der Kühe, die Kamera und den Roboterraum reinigen wir mindestens zweimal am Tag.

Werden Kühe zu selten gemolken, kann das schlecht für die Eutergesundheit sein. Daher muss man bestimmte Kühe ruhig und ganz langsam zum Melkroboter treiben. Manche Kühe können gar nicht von selbst zum Roboter gehen, weil sie zum Beispiel in die Abkalbe- oder Krankenbucht weggesperrt sind.

Der Melkroboter zeigt die Kühe mit Melkanrecht an. Daneben steht die vergangene Zeit seit der letzten Melkung. Kühe, die über 16­Stunden nicht beim Melken waren, sollte man meistens holen.

Zudem gibt es verschiedene Wartungsarbeiten, wie Reinigungsmittelkanister austauschen, Schläuche kontrollieren oder Teile auswechseln.

Steht der Roboter wegen einem Problem still, muss man den Roboter wieder zum Laufen bringen. Das kann zwar nur ein paar Minuten dauern, aber man muss trotzdem meist vor Ort sein.

Man sollte aufschreiben, wie man Fehler behebt und Reparaturen oder Wartungen macht. Zusätzlich kann man auch Bilder oder Videos machen.

So kann man diese Arbeiten beim nächsten Mal schneller durchführen. Im Notfall kann dann eine andere Person diese Sachen erledigen. Manche Probleme sind selten und dann hat man schon wieder vergessen, wie man sie löst.

Es ist sinnvoll aufzuschreiben, wann man Wartungen und Reparaturen gemacht hat. So erhält man einen Überblick und kann die Wartungszeiträume bei Bedarf anpassen.

Störungen in der Nacht sind am schlimmsten. Wenn du schon schläfst, der Roboter anruft, du dich erschrickst, dann in den Stall gehen und etwas reparieren musst, kostet das Nerven.

Es sollten sich mindestens 2 Personen auf dem Bauernhof mit dem Melkroboter auskennen. Wenn jemand verhindert ist oder nicht will, kann jemand anderes das Problem beheben. Das hilft Stress zu reduzieren.

Außerdem muss man etwas mehr Zeit mit dem Computer arbeiten, als bei einem Melkstand. Bei einigen Punkten erleichtert der PC aber auch die Arbeit.

Eine gute Eutergesundheit ist sehr wichtig. Musste man Kühe mit Antibiotika behandeln, müssen diese unmittelbar vor einer Hauptreinigung gemolken werden. Die Milch muss man entsorgen. Durch die Hauptreinigung mit Spülmittel muss sichergestellt sein, dass die Leitungen frei von Antibiotika sind. Durch die Hauptreinigung wird auch sichergestellt, dass die Erreger der behandelten Kuh nicht in den Zitzengummis auf gesunde Kühe übertragen werden.

Mit einem Hemmstofftest prüft man nach Ablauf der Wartezeit, ob die Milch frei von Antibiotika ist. Erst wenn kein Antibiotikum mehr nachgewiesen werden kann, darf sie wieder an die Molkerei geliefert werden.

Die Nachweisgrenze eines Hemmstofftests soll bei 1 Mikrogramm Wirkstoff auf 1 kg Milch liegen. Das wäre in etwa als würde man ein Stück Würfelzucker mit 3 Gramm in 3 Millionen Liter Wasser nachweisen. Zudem gibt es sehr hohe Strafen, wenn man Milch mit Spuren von Antibiotika an eine Molkerei liefert. Daher versuchen Bauern dies so gut wie möglich zu verhindern.

Aber in seltenen Fällen kommt es zu technischem oder menschlichem Versagen. Dann kostet es viel Geld und Nerven. Außerdem rechnet man für die Behandlung einer Euterentzündung mit Antibiotika mit einem Schaden von etwa 500 Euro pro Kuh und Jahr. Die Kosten setzen sich zusammen aus Medikamentenkosten, Arbeitszeit, dem Wegschütten der Milch von der behandelten Kuh und bleibenden Euterschäden. Daher ist es am besten, darauf zu achten, möglichst wenig Euterprobleme zu bekommen.

Es ist sehr zeitaufwendig, mit Antibiotika behandelte Kühe zum Roboter zu treiben, sie dort zu melken und sicherzustellen, dass gleich danach eine Hauptreinigung startet.

Einige der wichtigsten Punkte Euterprobleme zu vermeiden sind:

  • Möglichst schimmelfreies Futter verfüttern.
  • Futtertisch mit Beschichtung oder Edelstahl schützen. Da das Futter und der Kuhspeichel den Beton zerfressen, kann sich dort Schimmel bilden und das Futter darüber befallen.
  • Die laktierenden Kühe (Kühe, die Milch geben) dürfen keinen Calciummangel bekommen.
  • Viel frisches und sauberes Wasser zur Verfügung stellen. 2- bis 3-mal wöchentlich die Tränken reinigen, um Algen und Keime zu reduzieren. Hochleistende Milchkühe können im Sommer über 150 Liter Wasser pro Tag trinken.
  • Liegeboxen und Strohbereiche sauber halten. Möglichst kein verschimmeltes Stroh einstreuen.
  • Auf gute Melkhygiene achten.
  • Hitzestress mindern. Für Kühe beginnt Hitzestress ab etwa 22 Grad. Im Sommer können Kühe vereinzelt schnell eine so schwere Euterentzündung bekommen, dass selbst der Tierarzt sie nicht mehr retten kann. Mit Ventilatoren kann man die Tiere kühlen.

Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Melksystemen

Vergleich verschiedener Melksysteme
Melk­system Vorteile Nachteile Herden­größe
Tandem feste Melk­zeiten zeitaufwen­dig, körperliche Anstren­gung, feste Melkzeiten bis etwa 60 Kühe
Fischgrä­ten (steil und flach), Side-by-Side, Swing-Over feste Melk­zeiten zeitaufwen­dig, körperliche Anstren­gung, feste Melkzeiten für jede Betriebs­größe
Melkkarus­sell (mit Melkern und automa­tisch) es können sehr viele Kühe gemolken werden großer Platzbedarf, kann nicht einfach erweitert werden ab 100-150 Kühen
Melkrobo­ter Arbeits­zeit­ersparnis, zeitliche Flexibilität, viele Einzeltier­daten ständige Rufbereit­schaft, es ist schwierig, die Herdengrö­ße in kleinen Schritten zu erhöhen 1 Box für 55-65 Kühe

Eine Untersuchung von Dr. Ralf Over liefert einen Kostenvergleich verschiedener Melksysteme.

Was braucht man, um einen Melkroboter zu betreiben?

Neben Kalt- und Warmwasser sowie Strom braucht man noch ein paar Sachen für den Melkroboter:

  • Roboterraum: Die Melkmaschine steht aus mehreren Gründen in einem eigenen Raum. Auf der Bedienseite mit dem Computermonitor und den Schläuchen haben Tiere nichts verloren. Im Roboterraum kann man sauberer arbeiten. Außerdem sind Mensch und Maschine nicht so stark Wind und Frost ausgesetzt.
  • Automatische Tiererkennung: Die Tiere tragen zur Erkennung ein kleines Gerät am Hals oder Fuß. Je nach Hersteller heißt das Gerät Transponder, Responder oder Rescounter. Der Responder sorgt dafür, dass das Tier an Selektionstoren, an einer Kraftfutterstation und am Melkroboter erkannt wird. Zusätzlich liefert der Responder Aktivitätsdaten, die man zur Brunsterkennung nutzt. Wenn die Aktivität im Vergleich zu anderen Tagen sehr hoch ist, ist die Kuh brünstig und man bekommt einen Alarm. Durch den Responder weiß man auch, in welchem Stallbereich sich das Tier ungefähr befindet. Auf einem Halsband bekommt jede Kuh links und rechts 2 oder 3 Nummern, damit man sie von anderen Tieren leicht unterscheiden kann.
  • Kraftfutter, das als Lockmittel für den Roboter dient und die Kühe beim Melken möglichst ruhig hält. Das Kraftfutter sorgt dafür, dass die Kühe ausreichend mit Nährstoffen und Energie versorgt werden. Es dient außerdem der Milchleistungssteigerung. Wir füttern am Melkroboter 2 Kraftfuttersorten. Eine Sorte bekommen sie bei uns nur die ersten 80 Tage nach der Kalbung und bei über 34 kg Milch pro Tag. Der Geburtsstress und die hohen Milchmengen danach machen die Kühe anfälliger für Krankheiten. Daher muss man sie entsprechend füttern. Eine Kuh bekommt bei uns pro Tag maximal 4 kg Kraftfutter im Roboter. Man darf den Kühen Kraftfutter nur in kleinen Mengen und nicht zu wenig und nicht zu viel geben, weil es ihnen sonst schadet.
  • Kraftfuttersilos, die Kraftfutter enthalten. Mehrere Silos sorgen dafür, dass man den Tieren verschiedene Kraftfuttersorten füttern kann.
  • Milchtank zum Kühlen und Lagern der Milch
  • Reinigungsmittel für den Roboter, die Milchleitungen und den Milchtank
  • Kompressor für das Schalten von Ventilen, das Führen des Melkzeugs, das Öffnen und Schließen der Tore der Melkbox sowie der Selektionstore
  • Vakuumpumpe zum Ausmelken der Kühe
  • Computer, um die Daten der Herde zu kontrollieren und zu bearbeiten
  • Stallbüro
  • Sachen, die man nicht zwingend für den Betrieb braucht, aber viele Bauern haben:
    • Vor- und Nachselektion: Die Vorselektion ist ein Tor, das nur Tiere mit Melkanrecht in den Vorwartehof lässt. Von dort können die Kühe zum Roboter gehen. Die Vorselektion dient dazu, dass nicht ständig Tiere ohne Melkanrecht den Melkroboter blockieren. Die Nachselektion trennt die Kühe nach dem Melken in verschiedene Gruppen. Gängige Gruppen sind Hauptlaktierende, Alt- und Frischmelker und Selektion (kranke Tiere, zum Besamen und zum Trockenstellen).
    • Milchprobennehmer: Gerät, mit dem man automatisch Milchproben der am Roboter gemolkenen Kühe erhält und dann die Inhaltsstoffe im Labor analysieren lassen kann (zum Beispiel Fett, Eiweiß, Harnstoff und Zellzahlen).
    • Frequenzsteuerung für die Vakuumpumpe, damit sie nur läuft, wenn sie gebraucht wird (Kosten haben sich durch geringeren Stromverbrauch und geringeren Verschleiß schnell amortisiert)
    • Vorkühler: kühlt die Milch mit Wasser, bevor die Milch in den Tank fließt und sorgt so für etwa 50 % geringere Stromkosten für die Milchkühlung. Zudem ist es durch einen Vorkühler wesentlich kühler im Tankraum. Das Wasser aus dem Kühler sollte man in einer Zisterne auffangen und damit die Tränken der Kühe speisen. Man kann vereinfacht davon ausgehen, dass der Vorkühler doppelt so viel Wasser braucht, wie Milch zum Tank fließt. Das Wasser fließt nur durch den Vorkühler, wenn Milch durch den Vorkühler fließt. Vorkühler gibt es als Platten- und Rohrkühler. Die Kosten amortisieren sich schnell durch geringeren Stromverbrauch.
    • Wärmerückgewinnung mit Boiler, um der Milch im Tank Wärme zu entziehen und Warmwasser zu bekommen
    • Zwischendesinfektion mit Peressigsäure oder Wasserdampf, um die Übertragung von Krankheitserregern von Kuh zu Kuh über die Zitzenbecher zu mindern
    • Dippmittel, das der Roboter nach dem Melken auf die Zitzen sprüht, um das Eindringen von Keimen in den Strichkanal zu verhindern
    • Flüssigdosierer zum Füttern von flüssigem Kraftfutter, beispielsweise Glyzerin oder Propylenglycol
    • Ventilator, der auf das Euter gerichtet ist, damit die Fliegen verschwinden und die Milchkühe seltener das Melkzeug abschlagen; damit er nicht ständig unnötig läuft, kann man ihn mit der Vakuumpumpe koppeln
    • Hochdruckreiniger, um den Roboterraum zu waschen. Beim Melkroboter muss man aufpassen, da man mit dem Hochdruckreiniger schnell einen großen Schaden anrichten kann.
    • Kälbermilcheinheit: Mithilfe dieser Vorrichtung mit Eimern kann man Kälbermilch vom Roboter abtrennen lassen.
    • NAS und Überspannungsschutz: Ein NAS ist ein Gerät zum Sichern von Computerdaten, das man benutzt, um bei einem Computerdefekt nicht alle Daten zu verlieren. Außerdem sollte man die elektronischen Geräte vom Büro in eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz stecken, damit bei einem Blitzschlag die Geräte nicht beschädigt werden.
    • Verbindung vom Stall-PC zum Computer im Wohnhaus, damit man auf den Roboter auch vom Wohnhaus zugreifen kann. Die Verbindung kann man auch nutzen, um im Stall ein Telefon zu nutzen oder auf im Kuhstall installierte Kameras zuzugreifen. Die beste Möglichkeit, um die Computer zu verbinden, ist per Glasfaser, da die Übertragungsrate damit am höchsten ist und kein Strom bei einem Blitzeinschlag durchfließen kann. Bei einer Anbindung ans Internet kann man auch unterwegs auf den Roboter zugreifen und Alarme vom Melkroboter erhalten. Alarme können bei bestimmten Robotern auch per SIM-Karte verschickt werden.
    • Kälbermilchwärmer: Bis der Roboter genügend Milch für die Kälber abgepumpt hat, ist sie schon zu kalt und muss deshalb gewärmt werden.
    • Fahrbare Milchtanks für die Kälbermilch: Fahrbare, mit Heizung, Rührwerk und Zapfpistole ausgestattete Milchtanks erleichtern das Kälberfüttern enorm. Durch den Milchtank mit Elektroantrieb sparen wir uns das Schleppen der schweren Milcheimer. Die ganze Milch kann gleichzeitig auf die richtige Temperatur erhitzt werden und durch die Zapfpistole müssen wir nicht mehr ständig volle Kälbermilcheimer zu den Kälbern tragen. So sparen wir bei 25 zu tränkenden Kälbern etwa 100 Minuten Arbeitszeit pro Tag.
      Es gibt auch Modelle mit Pasteurisierungsfunktion. Durch starkes Erhitzen kann man die meisten Keime abtöten und damit verhindern, dass Kälber krank werden.

Hersteller

Firmen, die Melkroboter herstellen, sind:

  • DeLaval
  • GEA
  • Lely
  • Lemmer-Fullwood
  • in Deutschland eher weniger vertreten: BouMatic, SAC und System Happel

Die Hersteller entwickeln die Melkroboter ständig weiter. Meist wird der Name des Modells aber nicht geändert, wenn sich etwas ändert. Damit das gekaufte AMS aber nicht veraltet, werden Weiterentwicklungen oft so gebaut, dass man sie auch in ältere Modelle einbauen kann.

Beispielsweise kann es sein, dass man ein Melksystem kauft und 2 Jahre später gibt es einen neuen Farbsensor. Dann kann man den alten Sensor durch den neuen ersetzen.

DeLaval

Das folgende Video zeigt das DeLaval VMS V300. VMS steht für voluntary milking system, was übersetzt freiwilliges Melksystem heißt.

Auffällig am DeLaval VMS sind der Vormelkbecher und dass die Schläuche der Melkbecher voneinander getrennt sind.

Prospekt von DeLavals VMS V300

GEA

Bei GEA gibt es den MIone. MIone ist die Abkürzung für milking intelligence one. Das heißt übersetzt melkende Intelligenz eins.

Der MIone ist ein Multiboxsystem. Das heißt, dass man mehrere Melkboxen mit einem Melkarm betreiben kann. Der Melkarm fährt zum Melken von Box zu Box.

Beim MIone kann man bis zu 5 Melkboxen mit einem Melkarm bedienen lassen. Persönlich würde ich aber nicht mehr als 3 Melkboxen von einem Roboterarm bedienen lassen. Umso mehr Melkboxen bedient werden müssen, umso weniger Kühe können pro Box gemolken werden. Zudem kann das AMS bei einem Ausfall des Arms in keiner Box mehr automatisch melken.

GEA bietet auch die Möglichkeit, die Melkbecher per Hand anzusetzen.

Hier sind 6 Probleme, die mich sehr an unserem MIone stören:

  1. Keine automatische Kamerareinigung: Man könnte dies zum Beispiel beheben, indem man am Ende des Roboters Wasser- und Luftdüsen anbringt: Wenn eine automatische Bilderkennung die Verschmutzung der Kamera feststellt, sollte die Kamera zum Roboterende fahren und automatisch gereinigt werden. Die Kamera sollte nur gereinigt werden, wenn sie dreckig ist. Dadurch werden Kalkflecken auf der Kamera vermieden. Außerdem kommt weniger Wasser in die Melkbox. Ist zu viel Wasser in der Melkbox und Kühe schlagen, ist es wahrscheinlicher, dass die Kamera durch Kot verdrecktes Wasser verschmutzt wird. Es ist sehr lästig, wenn dich um 1:00 Uhr nachts der Roboter weckt, weil er wegen einer dreckigen Kamera nicht mehr melken kann. Vor allem, wenn es draußen -15 Grad hat.
  2. Ineinander verhakte Melkbecher: Wenn eine Kuh schlägt, kann es sein, dass sie einen der äußeren Melkbecher unter einen der inneren tritt und sich das nicht mehr von selbst richtet. Dann sperrt es meistens die Melkbox wegen unvollständiger Gemelke, weil die gemolkene Milchmenge zu stark von der erwarteten Menge abweicht. Hier müsste man etwas einbauen, das verhindert, dass das überhaupt möglich ist. Dies sind bei uns die zwei häufigsten Gründe für einen Ausfall des Melkroboters.
  3. Die Software sollte in einigen Punkten benutzerfreundlicher sein:
    • Manchmal gibt es unvollständige Gemelke, weil die Zeit des Milchflusses auf einem Viertel zu kurz ist. Dann zeigt der Roboter nur "i" bei der Kuh an. Wenn beispielsweise "nur 35 s Milchfluss hr" (nur 35 Sekunden Milchfluss im Viertel hinten rechts) dort stehen würde, müsste man viel weniger Viertel/Dinge kontrollieren. Der Roboter weiß das Problem ja, er zeigt es nur nicht einfach an.
    • Wenn eine Melkbox geschlossen ist, steht nur "blockiert" am Computermonitor des Melkroboters. Hilfreicher wäre "blockiert wegen Tankreinigung" oder "blockiert durch Drehschalter". Das würde die Situation schneller aufklären.
    • Beim Start einer Kurz- oder Systemreinigung behauptet der Roboter kurz Kuh erkannt, obwohl gar keine Kuh hineingegangen ist. Dies verwirrt, weil wir eine Kurz- oder Systemreingung oft bei bestimmten Kühen machen und andere Kühe erst nach der Reinigung zum Melken in den Melkroboter rein sollen.
    • Wenn man sich die Gemelke im Punkt Box ansieht und auf ein auffälliges Gemelk tippt, kommt man nicht zu den ausführlichen Daten des Gemelks. Man muss erst umständlich mehrmals woanders tippen, um zu den Gemelksdaten zu kommen.
    • Um Mitternacht schaltet die Leistungsübersicht nicht automatisch auf den nächsten Tag.
    • ...
  4. Bei einem Alarm aufs Festnetz piepst es nur, anstatt dass eine Fehlermeldung vorgelesen wird: Man könnte die Alarme einfach von einer Person einsprechen lassen. Eine SMS ist durch den manchmal mehrstündigen Zeitversatz der Zusendung nicht optimal. GEA bietet zwar das Programm Farmview an, aber ich halte es nicht für fair, fast 1000 Euro im Jahr zu zahlen, damit ich die Roboter-Alarme als Push-Nachrichten auf mein Handy bekomme. Ansonsten hätte das Programm für mich keinen weiteren Nutzen.
  5. Das Ansetzen der Melkbecher dauert zu lange. Vor allem ein anderer Motor, der beim Ansetzen schneller hochfährt und haltbarer ist, wäre gut, weil die Melkbecher zu oft neben die Zitzen fahren, wenn sich eine Kuh bewegt.
  6. Man kann nicht einstellen, dass eine bestimmte Milchmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt für die Kälber abgetrennt wird: Man kann nur einstellen, dass von bestimmten Kühen die Milch für Kälber abgetrennt wird. So passiert es ständig, dass Kühe mit Kälbermilch erst nach dem Kälberfüttern ein Melkanrecht haben. Möglicherweise braucht man die Milch aber erst 9 Stunden später beim nächsten Kälberfüttern. Im Sommer kann die Milch schon sauer sein und die Keime haben sich darin extrem vermehrt. Dies führt dazu, dass einige Bauern die Kälber statt mit Vollmilch mit Milchaustauscher füttern. Man sollte zum Beispiel einstellen können, dass ab 6:00 Uhr 70 Liter Milch für die Kälber abgetrennt werden. Oder dass bis 6:30 Uhr 70 Liter Milch abgetrennt sein sollen.

Ich könnte mir auch vorstellen, uns als Testbetrieb für Soft- und Hardware zur Verfügung zu stellen und bei den Benutzerfreundlichkeitstests zu helfen.

Es wäre schön, wenn ich die Seite bald aktualisieren kann, weil GEA diese Probleme beseitigt hat.

GEA verkauft auch ein Modell namens Monobox. Ich selbst habe noch keine Monobox in der Praxis gesehen und es gibt sie noch nicht sehr lange. Daher habe ich die Monobox nicht in den Vergleich aufgenommen.

Prospekt von GEAs MIone

Lely

Bei Lely gibt es den Astronaut A5 zu kaufen.

Lely installiert schon seit 1992 Melkroboter, wodurch die Firma schon sehr viele Melkroboter verkauft hat.

Prospekt von Lelys Astronaut A5

Lemmer-Fullwood

Lemmer-Fullwood vertreibt den M2erlin.

Ob man einen freien oder gelenkten Kuhverkehr bevorzugt und dabei die Kühe vor oder nach dem Melken zum Futter gehen können, ist beim M2erlin egal. Insgesamt bietet Lemmer-Fullwood mit seinem automatischen Melksystem 14 verschiedene Varianten für den Kuhverkehr.

Beim M2erlin können die Kühe gerade oder seitlich rein- und gerade oder seitlich rausgehen. Dadurch lässt sich der Melkroboter von Lemmer-Fullwood gut in verschiedene Ställe integrieren.

Den Ausgang kann man auch zur Selektion nutzen.

Prospekt von Lemmer-Fullwoods M2erlin

Vergleich aktueller Modelle

Vergleich aktueller Melkroboter
Modell DeLaval VMS V300 GEA MIone Lely Astronaut A5 Lemmer-Fullwood M2erlin
Zitzenerken­nung 3D-Infrarot­kamera 3D-Infrarot­kamera 3D-Laser; für die Po­si­ti­o­nie­rung des Arms überwacht eine 3D-Kamera über dem Tierrücken die Bewegungen der Kuh 3D-Laser; für die Po­si­ti­o­nie­rung des Arms überwacht eine 3D-Kamera über dem Tierrücken die Bewegungen der Kuh
Reinigung der Zitzen durch umspü­len­des Wasser im Vor­melk­be­cher durch umspü­len­des Wasser im Melkbecher mit Wasser und drehenden Bürsten mit Wasser und drehenden Bürsten
mögliche Zwischendes­infektion der Melkbecher Wasserdampf Peressig­säure Wasser­dampf Peressig­säure oder Wasser­dampf
automatische Boden­rei­ni­gung ja nein nein ja
Messung der Milchmenge ja, auch pro Viertel ja ja, man sieht auch die Dauer des Milch­flus­ses pro Viertel ja, auch pro Viertel
Messung der Milch­tem­pe­ra­tur nein nein ja, pro Viertel ja, pro Viertel
Zusatzfunk­tion, um das Melk­zeug per Hand anzu­setzen ja ja nein ja
Messung von Eiweiß, Fett und Laktose nein nein ja ja

Alle vier Modelle messen die elektrische Leitfähigkeit der Milch, um eine mögliche Euterentzündung (Mastitis) frühzeitig zu erkennen. Bahnt sich eine Euterentzündung an, enthält die Milch meist mehr Salz, wodurch die Leitfähigkeit steigt. Der Leitwert der Milch unterscheidet sich von Kuh zu Kuh. Daher wird der Leitwert bei jeder Kuh mit ihrem eigenen Durchschnitt der vergangenen Tage vom Roboter verglichen.

Alle 4 Firmen führen die Leitwertmessung bei jedem Viertel des Euters einzeln durch. Dadurch kann man Veränderungen schnell erkennen und Kühe behandeln.

Die Maschinen nutzen einen Blut- (DeLaval, Lemmer-Fullwood) oder Farbsensor (GEA, Lely), um Blut in der Milch zu erkennen. Dadurch kann Milch mit Blut abgetrennt werden.

DeLaval, GEA und Lely führen die Bluterkennung pro Viertel durch. Bei Lemmer-Fullwood geschieht die Bluterkennung nur beim Gesamtgemelk.

Der Lely A5 nutzt die Farbsensoren auch um eine mögliche Mastitis festzustellen. Bei einer Euterentzündung kann die Milch bläulicher sein als normal.

Durch die Messung der Milchmenge pro Viertel kann man schneller erkennen, ob sich Eutererkrankungen anbahnen. Nimmt die Menge auf einem Viertel stark ab, kann das auf eine Euterentzündung hinweisen.

Die Milchtemperatur kann Hinweise auf die Körpertemperatur der Kühe geben. In Verbindung mit anderen Daten kann die Milchtemperatur Anzeichen für bestimmte Krankheiten liefern. Die Messung der Milchtemperatur kann aber oft auch nicht hilfreich sein.

Die Probleme fangen schon bei der Messung an. Es wäre am besten, wenn die Milchtemperatur im Euter gemessen würde. Das wird sie aber beim Melkroboter nicht. Zudem ist der Melkroboter über das Jahr ständig anderen Temperaturen ausgesetzt. Umschließt der Zitzengummi die Zitze nicht richtig, kann Luft angesaugt werden, was die Temperatur verfälscht. Wenn man annimmt, dass die Messungen meistens annähernd korrekt sind, gibt es trotzdem Probleme. Im Sommer haben Kühe oft eine erhöhte Milchtemperatur. Das ist oft aber nicht auf eine Krankheit zurückzuführen, sondern Hitzestress.

Werbung Schaumann

Wer ist der beste Melkroboter?

Wenn man einen Milchviehhalter fragt, wie er mit seinem Melkroboter zufrieden ist, passiert meist Folgendes: Der Bauer lobt die Maschine. Ja, ich habe mir über 20 AMS-Betriebe angeschaut und es ist fast jedes Mal das Gleiche, egal welche Marke es ist.

  • Die Bauern freuen sich wegen der Arbeitserleichterung und zeitlichen Flexibilität im Vergleich zu früher.
  • Es mag selten jemand eine Fehlinvestition über 100.000 Euro zugeben.
  • Jeder bekannte Hersteller bietet eine Maschine, die funktioniert, wenn sie richtig eingestellt ist. Es sind eher Einzelheiten, die nerven.

Welcher Melkroboter der beste ist, kann man nicht pauschal sagen. Es hängt davon ab, welche Ansprüche man hat und wie und wo der Service ist.

Sehr wichtig beim Melken sind zur Herde passende Zitzengummis. Wenn die Zitzengummis und die Einstellungen besser passen, kann man den Milchfluss erhöhen sowie die Zellzahlen und die Anzahl der Euterentzündungen senken.

Kosten

Die Hersteller geben auf Nachfrage keine Preise zur Veröffentlichung heraus. Durch eigene Angebote von den Roboterfirmen kann ich aber sagen, dass ein neuer Melkroboter mit dem nötigen Zubehör (ohne Milchtank und Roboterraum) und dem Einbau ungefähr 140.000 - 180.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer kostet.

Der Preis ist abhängig von Modell, Ausstattung und Händler. Daher kann man nur sehr schwer einen Pauschalpreis angeben.

Bei 2 Melkrobotern kann man mit ungefähr 240.000 - 270.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer für die komplette Melkanlage rechnen.

Ein MIone von GEA mit 2 Melkboxen ist billiger als zwei Melkboxen mit jeweils einem Ansetzarm. Da aber 1 Arm 2 Boxen bedient, kann die Maschine nicht ganz so viele Kühe melken wie 2 Roboter. Zudem kommt es bei einem Arm zu mehr Ausfällen. Andererseits braucht der MIone mit 2 Boxen weniger Platz.

Beim Kauf eines automatischen Melksystems darf man nicht nur den Preis beachten, sondern muss auch über laufende Kosten Bescheid wissen. Diese schwanken sehr stark zwischen verschiedenen Betrieben, weil die Einstellungen und auch die Landwirte sehr unterschiedlich sind.

Die folgenden Zahlen beruhen auf dem Buch Automatische Melksysteme, der Broschüre Automatische Melksysteme: Tipps für melkende Betriebe, Erfahrungen von anderen Betrieben und meinen eigenen. Ein Großteil der Melkroboter-Betriebe liegt innerhalb der Zahlen, aber es gibt auch welche, die außerhalb davon liegen.

Die Betriebskosten von Melkrobotern setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Servicevertrag: Der Servicevertrag kann etwa 1700 bis 10000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer pro Jahr für eine Melkbox kosten. Hier ist man vom Umfang und dem Händler abhängig. Dieser Vertrag enthält meist einen Teil der nachfolgend aufgelisteten Kosten. Hier stellt sich die Frage: Ist ein Servicevertrag für mich sinnvoll?
  • Kosten für Wartungen und Reparaturen: Diese beginnen bei etwa 4000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer pro Jahr. Betriebe mit vergleichsweise niedrigen Kosten führen viele Wartungen und Reparaturen selbst durch. Hier muss man auch die eigene Arbeitszeit als Kosten betrachten. Betriebe mit niedrigeren Kosten schauen oft, wo sie Ersatzteile billiger bekommen. Extrem hohe Ersatzteilkosten und die Abhängigkeit vom Melkroboter-Händler sind zwei der meistgenannten Punkte, über die sich Bauern ärgern.
    Es ist empfehlenswert, die wichtigsten Ersatzteile zu Hause zu lagern, damit man Störungen schnell beheben kann.
  • Reinigungsmittel: Hier kann man zwischen 500 bis 2000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer rechnen. Die große Schwankungsbreite kommt durch verschiedene Einkaufspreise, die Anzahl der Hauptreinigungen und durch die Nutzung einer Zwischendesinfektion mit Peressigsäure zustande.
  • Dippmittel: Mit Dippmittel kann man Keime an den Zitzen verringern und die Zitzen pflegen. In einer Praxis-Untersuchung zum Dippmittelverbrauch wurden im Extremfall bis zu 800 Liter Verbrauch pro Jahr festgestellt. Hier können Kosten von über 2000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer entstehen.
  • Stromkosten: Der Stromverbrauch für das Melken liegt bei etwa 20-60 kWh je Tonne Milch. Wie hoch die Kosten möglicherweise sind, muss man sich selbst ausrechnen, weil die Milchmenge und die Stromkosten zu unterschiedlich sind. Die Kosten für das Kühlen der Milch kommen noch dazu, aber die Kühlungskosten sind unabhängig vom Melksystem.
  • Wasserkosten: Der Wasserverbrauch für das Melken einer Tonne Milch liegt bei etwa 180-600 Liter Wasser.
    Einige Milchviehhalter haben Zähler installiert, wodurch man sich ihre Zahlen zu Wasser- und Stromverbrauch direkt aus der Praxis ansehen kann.
  • Versicherungen: Wie viel kostet die Maschinenbruchversicherung? Wir zahlen für die Versicherung mit 500 Euro Selbstbeteiligung etwa 1200 Euro pro Jahr für den Roboter und das Zubehör. Unsere Versicherung deckt unter anderem Schäden durch Überspannung, Kurzschluss, Frost und fahrlässiges Verhalten ab. Schäden durch Feuer sind bei uns in der Feuerversicherung abgedeckt.

Es gibt Betriebe, die über 10000 Euro im Jahr an den Händler zahlen.

Nicht durchgeführte Wartungen oder nicht schnell behobene Schäden können zu Kosten von mehreren Tausend Euro anwachsen.

Es ist daher wichtig, sich einen Wartungsplan zu machen und sich auch daran zu halten.

Über diese Themen solltest du nicht nur mit Händlern reden, sondern auch mit anderen Landwirten. Andere Landwirte solltest du auch fragen, was sie nachgerüstet haben, bevor du etwas kaufst. Wenn man kurz nach dem Kauf etwas nachrüsten muss, kann das sehr teuer werden. Und es regt dich auf.

Ist ein Melkroboter für 20, 30 oder 40 Kühe sinnvoll? Das muss jeder für sich entscheiden. Besuch so viele Kleinbetriebe mit Melkroboter wie möglich und frag nach Problemen und anderen Erfahrungen.

Kleinbetriebe kaufen oft gebrauchte Melkroboter, weil der Kaufpreis meist viel niedriger als bei Neumaschinen ist. Dafür muss man aber mit höheren Reparaturkosten rechnen.

Melkt man relativ wenig Kühe mit einem Melkroboter, haben die Kühe und man selber weniger Stress. Vor allem bei Störungen steht man nicht so unter Druck. Andererseits sind die Kosten pro Melkung ein wenig höher, weil die Maschine eine geringere Auslastung hat. Ich selbst würde lieber ein paar Kühe weniger melken.

Was soll man beim Kauf beachten?

Folgende Punkte sind beim Kauf eines AMS wichtig:

  • Wie viel kostet das Melksystem und wie hoch sind die Betriebskosten? Lass Vertreter mehrerer Hersteller kommen. So bekommst du mehrere Angebote und erfährst die Vor- und Nachteile verschiedener Anbieter. In den Kaufvertrag sollte man alle Schulungen für mindestens 2 Personen aufnehmen.
  • Wie ist der Service? Ist der Service gut? Frag dazu Besitzer von Melkrobotern. Wie schnell ist die Servicekraft auf dem Hof? Wie viel kostet der Service?
  • Welche Funktionen bietet das AMS? Was kann der Eine, was der Andere nicht kann? Auch bei der Arbeitsweise gibt es große Unterschiede, zum Beispiel beim Reinigen der Zitzen oder der Zitzenerkennung.
  • Nimm dir viel Zeit, um die für dich passende Melktechnik zu finden. Die Melktechnik bestimmt wie auf einem Milchviehbetrieb gearbeitet wird und man nutzt die Melktechnik meistens für Jahre oder Jahrzehnte.
  • Unabhängige Beratung vor und nach dem Kauf: Dadurch kannst du viel Zeit, Nerven und Geld sparen, indem du das Tierwohl steigerst. Dies gilt vor allem auch beim Stallum- oder -neubau. Lasst euch neutral beraten! Firmenvertreter schauen leider viel zu oft auf den Profit und weniger auf die Bauern.
  • Ist es für mich sinnvoll, einen Melkroboter zu kaufen? Die ständige Bereitschaft und die hohen Kosten sind eine große Belastung.
Werbung Beratung vom LKV Bayern

Gebrauchte Melkroboter

Melkroboter kann man auch gebraucht kaufen. Die gebrauchten Anlagen sind oft nur wenige Jahre alt, kosten aber oft viel weniger als Neuanschaffungen.

Warum verkaufen Bauern wenige Jahre alte Melkroboter? Das kann folgende Gründe haben:

  • Man kauft sich ein neueres Modell.
  • Man hört auf Kühe zu melken.
  • Man ist mit dem Gerät unzufrieden.

Wer sich einen gebrauchten Melkroboter kauft, sollte folgende Dinge beachten:

  • Welches Baujahr hat der gebrauchte Melkroboter? Wie viele Stunden sind die einzelnen Teile schon im Einsatz?
  • Sind die Bauteile und die Software auf dem neuesten Stand?
  • Funktioniert noch alles?
  • Kaufe ich den gebrauchten Melkroboter beim Landwirt oder Händler? Wird der Melkroboter generalüberholt verkauft?
  • Kenne ich einen Händler, der mir innerhalb weniger Stunden wichtige Ersatzteile und gute Servicetechniker zur Verfügung stellen kann?
  • Was ist der Gesamtpreis aus Anschaffungskosten, Transport, Montage, Nachrüstungen, Reparaturen und Austausch der Verschleißteile?
  • Die Gebrauchtmaschine vor dem Einbau gründlich reinigen und desinfizieren, um keine Krankheiten in den eigenen Betrieb einzuschleppen.
  • Eine Gewährleistung vertraglich festhalten, um sich bei plötzlichen Störungen zu schützen.
  • Schau dir so viele Betriebe wie möglich an, die sich einen gebrauchten Melkroboter gekauft haben! Schau dir so viele Betriebe wie möglich an, die das Modell, das du kaufen möchtest, durch ein anderes ersetzt haben! So kannst du von ihren Erfahrungen profitieren und dich über mögliche Probleme informieren.

Zu beachten ist auch, dass es Melkroboter in linker und rechter Ausführung gibt. Bei einer Variante gehen die Kühe rechts rein und fressen links. Bei der anderen gehen die Tiere links rein und fressen rechts.

Wie bringe ich die Kühe dazu, oft zum Melken zu gehen?

Der Standort des Melkroboters im Stall ist sehr wichtig. Die Maschine muss so platziert sein, dass die Wege für Kühe und Landwirt möglichst kurz sind.

Außerdem soll der Roboter von den Tieren einsehbar und leicht zugänglich sein. Dadurch sehen die Kühe, dass andere Tiere oft zum Melken gehen. Für die Tiere, die gerade gemolken werden, ist es beruhigend, wenn sie die Herde sehen können.

Häufig ist vor Melkrobotern ein abgetrennter Vorwartehof. In diesen dürfen nur Kühe mit Melkanrecht. Dadurch wird der Roboter nicht von Kühen ohne Melkanrecht blockiert und rangniedere Kühe werden besser vor ranghöheren Tieren geschützt. Der Vorwartehof vermindert zudem den Zeitaufwand für das Nachtreiben von Kühen.

Im Wartebereich vorm Melkroboter sollten die Kühe mindestens 35 Quadratmeter Platz pro Melkbox haben. Hier ist es sehr wichtig, den Platz für eine eventuelle Erweiterung einzuplanen.

Ausreichend Platz ist erforderlich, um die Tiere keinem großen Stress auszusetzen. Bei Rangkämpfen müssen Rangniedere den Anderen ausweichen können.

Wenn man einen Vorwartehof hat, ist es sehr wichtig, dort eine Tränke zu installieren. Diese ist vor allem nützlich, wenn großer Andrang beim Melken herrscht und die Haupt- bzw. Tankreinigung das Melken unterbricht. Ohne die Tränke kann es sonst sein, dass rangniedere Tiere über 3 Stunden keinen Zugang zu Wasser haben. Das ist besonders im Sommer schlecht.

Der Platz vorm Melkroboter wird oft mit Spalten ausgelegt, um Zeit für das Reinigen des Bodens zu sparen.

Wichtig ist auch, Tränken, Kraftfutterstationen oder Kuhbürsten nicht direkt beim Zu- und Ausgang des Roboters und bei Selektionstoren zu platzieren. Sonst ist es wahrscheinlich, dass sich ranghohe Tiere lange dort aufhalten und so die Zu- und Ausgänge blockieren.

Der Roboter darf nicht voll ausgelastet sein, damit rangniedere oder scheue Tiere keine Angst oder überhaupt die Möglichkeit haben, das AMS aufzusuchen.

Viele rangniedere Kühe suchen die Melkstation in den ruhigeren Nachtstunden auf. Zur Orientierung der Tiere sollte man eine sehr schwache Nachtbeleuchtung bei den Melkrobotern testen.

Eine gute Klauengesundheit der Tiere ist sehr wichtig. Haben die Kühe Klauenprobleme, liegen sie länger. Wenn ihnen die Füße weh tun, fressen sie weniger und gehen seltener zum Melken. Solche Tiere muss man oft holen. Daher ist es wichtig, den Tieren regelmäßig die Klauen zu schneiden und die Lauf- und Liegeflächen möglichst sauber und trocken zu halten. Stehen die Klauen ständig in Gülle, weichen sie auf und Keime können leichter eindringen. Scharfe Kanten können die Klauen verletzen und so eine Infektion begünstigen. Liegeboxen müssen an die Kühe angepasst sein. Dann legen sie sich schneller hin und liegen länger. So trocknen die Klauen besser ab.

Ein eigener Klauenpflegestand ist empfehlenswert. Wenn man damit bei Problemkühen die Klauenpflege selbst durchführt, ist schon viel gewonnen. Wartet man tagelang mit der Klauenpflege, schadet man den Kühen und sich selbst.

Einen wichtigen Einfluss auf die Klauengesundheit hat auch die Fütterung.

Das Futter hat eine große Bedeutung für die Roboterbesuche. Ist zu viel Kraftfutter in der Ration am Futtertisch, gehen weniger Tiere zum Melkroboter. Hier muss man viel testen, um die beste Lösung zu finden.

Bei der Fütterung sollte man auch Erfahrungen und Tipps von anderen Bauern und unabhängigen Beratern testen.

Ein automatischer Futterschieber bringt bei uns etwa 0,1 - 0,15 mehr Melkungen pro Kuh am Tag. Durch das Futteranschieben ist mehr Futter leicht für die Kühe erreichbar. Das sorgt bei uns für etwa 1,5 Liter mehr Milch pro Kuh am Tag. Vor allem sparen wir uns etwa 20 Minuten Arbeit am Tag.

In vielen Ställen wird durch Tore mit folgenden Arten von gelenktem Kuhverkehr gearbeitet:

  1. Wenn die Tiere vom Liege- zum Fressbereich gehen, müssen sie den Weg über den Roboter nehmen.
  2. Wenn die Tiere vom Fress- zum Liegebereich gehen, müssen sie den Weg über den Roboter nehmen.
  3. Wenn die Tiere kein Melkanrecht haben, müssen sie nicht den Weg über den Roboter gehen (beste Lösung dieser 3 Arten gelenkten Kuhverkehrs). Hier schalten Selektionstore den Weg über eine automatisierte Tiererkennung.

Beim freien Kuhverkehr kann jedes Tier seinem eigenen Rhythmus folgen und so fressen, liegen oder gemolken werden, wann es will.

Viele Landwirte nutzen einen gelenkten Kuhverkehr, um wenig Kühe nachtreiben zu müssen. Mit den oben erwähnten Punkten kann auch ein freier oder teilgelenkter Kuhverkehr ohne viel Nachtreibarbeiten funktionieren.

Links zu Tipps über die Gestaltung des Raums um den Roboter:

Ist Weidehaltung mit einem Melkroboter möglich?

Auch mit einem Melkroboter kann man die Kühe auf der Weide grasen lassen.

Auf der Weide bekommen die Tiere frisches Gras, frische Luft und Sonnenlicht. Dort können sie sich freier bewegen und abregnen lassen. Dies verbessert auch die Tiergesundheit.

Betriebe mit Weidehaltung erfüllen meistens mehrere Voraussetzungen, um möglichst wenig Kühe treiben zu müssen:

  • Die Weideflächen sind nah beim Stall.
  • Im Roboter und im Stall gibt es schmackhaftes Futter.
  • Im Stall gibt es Komfort wie trockene Liegeplätze und ein kühleres Klima.

Viele Betriebe, die Kühen den Weidegang ermöglichen, haben ein Weidetor. Dieses Selektionstor öffnet der Roboter für Kühe nur in der Zeit, in der sie kein baldiges Melkanrecht haben. Dadurch sollen die Tiere erst zum Melken gehen, bevor sie auf die Weide dürfen.

Einige Landwirte haben das Weidetor aber auch nach kurzer Zeit ausgebaut, weil es bei ihren Betrieben ohne das Tor besser funktioniert.

Manche Praktiker bieten den Kühen kein Wasser auf der Weide an. Meiner Meinung nach sollte man das nicht machen und zumindest nahe beim Stall Wasser für die Tiere anbieten.

Es ist auch möglich, einen Melkroboter auf der Weide zu betreiben. Dazu kann man die Maschine samt Tank und anderem Zubehör in eine Einhausung einbauen und für den Sommer auf die Weide stellen. Im Winter kann man alles wieder in den Stall stellen. So was ist grundsätzlich möglich und auch schon gemacht worden. Bei den Links unten findest du mehr dazu.

Es gibt Betriebe, bei denen es sehr aufwendig wäre, die Kühe auf die Weide zu bringen oder die Landwirte möchten es nicht. Dann sollte man zumindest im Freien einen Laufhof bauen, den die Tiere jederzeit nutzen können.

Tiere auf der Weide
Tiere auf der Weide

Hat man wenig Weidefläche nah zur Verfügung, sollte man sich bemühen, Jungtieren und trockenstehenden Kühen den Weidegang zu ermöglichen. Bei diesen Tieren ist der Arbeitsaufwand geringer, da man sie nicht zum Melken in den Stall treiben muss.

Bei Weidehaltung kann man einige Fehler machen. Um diese zu verhindern und möglichst wenig Tiere in den Stall treiben zu müssen, sollte man mehrere Praktiker besuchen und sich ihre Erfahrungen erzählen lassen.

Werbung Güttler Güttler

Viele Bauern fürchten, dass durch den Weidegang die Melkungen der Kühe pro Tag abnehmen und damit weniger Milch produziert wird. Studien haben gezeigt, dass Kühe beim dreimaligen Melken pro Tag mehr Milch produzieren, als beim zweimaligen Melken. Einige Landwirte haben auch Bedenken, dass die Kühe zu viel Gras fressen und zu wenig Silage und damit die Milchleistung stark nachlässt.

Betreibt man Weidehaltung richtig, nimmt weder die Anzahl der Melkungen extrem ab noch sinkt die Milchproduktion stark. Auf Betrieben mit langjähriger Weidehaltung wird man dir das bestätigen.


Wie kann ich die Anlage vor Frost schützen?

Frost kann einen Melkroboter zum Stillstand bringen.

Um die Leitungen vor Frost zu schützen, sollte man die Öffnungen über, links und rechts vom Robotergehäuse schließen. Links und rechts sind Türen sinnvoll, da man oft in den Vorwartebereich schaut oder geht. Über dem Gehäuse kann man im Winter Acrylglas in einem Rahmen verwenden. So kommt Licht in den Roboterraum.

Wenn es nicht mehr gefriert, ist es besser, die Acrylglas-Scheiben zu entfernen. Dadurch kann die Luft besser zirkulieren und wärmere Luft aus dem Raum entweichen. Dann sind weniger Fliegen im Roboterraum, die Menschen und Kühe nerven.

Man kann vom Dach des Roboterraums Sandwichplatten, Planen oder Streifenvorhänge runterhängen, um Wärme im Raum zu halten und kalten Wind abzuhalten. Das Verhängen ist wichtiger als das Heizen. Als wir nichts zugehängt haben, hat es uns Leitungen abgefroren, obwohl die Fußboden- und Elektroheizung voll aufgedreht gewesen sind. Nach dem Zuhängen haben wir wesentlich weniger heizen müssen.

Eine Möglichkeit den Roboterraum zu heizen, sollte man unbedingt vorsehen. Man kann den Raum durch Fußbodenheizung, Infrarot-Heizstrahler, Elektroheizung oder Heizkörper erwärmen. Wichtig ist zumindest die Decke des Roboterraums zu isolieren, damit die Wärme nicht nach oben entweicht.

Zudem sind Thermometer im und außerhalb des Roboterraums sinnvoll. Hier sind Minimum-Maximum-Thermometer gut geeignet. Auf diesen sieht man nicht nur die aktuelle Temperatur. Auch die minimale und maximale Temperatur in einem bestimmten Zeitraum wird angezeigt. Dadurch kann man entscheiden, ob man die Heizung ein- oder ausschaltet.

Bei sehr niedrigen Temperaturen kann es sein, dass man bestimmte Reinigungsfunktionen abschalten muss, damit sich kein Eis bildet.

Wenn die Standfläche in der Melkbox eisglatt ist, wollen die Kühe ungern hineingehen. Um das Eis aufzutauen, verwenden wir Harnstoff. Salz würde den Beton und Metall angreifen. Man muss aber sehr aufpassen, dass kein Harnstoff in die Melkbecher beziehungsweise Milch kommt.

Mit diesen Maßnahmen haben wir auch bei -20 Grad Außentemperatur noch automatisch melken können.

Probleme haben wir mit der Kälbermilcheinheit gehabt, da diese keinen freien Auslauf hat und Milch in der Leitung bleibt. Dadurch hat es die ganze Kälbermilchleitung eingefroren. Als wir die Kälbermilcheinheit abgeklemmt und die Milch in einen Kübel geleitet haben, ist die Leitung nicht mehr eingefroren.

Unsere Kälbermilcheinheit nervt mich auch aus folgenden Gründen: Die Milch wird mit einem zu hohen Druck in die Eimer hineingepumpt und dann spritzt sie wieder raus. Die Steuerung ist unlogisch. So können Eimer leer sein und der Letzte überlaufen. Beides führt zu einer Lebensmittelverschwendung und ständiger Sauerei.

Stand: August 2018

Hast du eine Frage, die ich nicht beantwortet habe? Schreib einfach eine Nachricht!